ArchLinux auf der Seagate DockStar
Wer sich letztens eine dieser extrem günstigen Dockingstationen (~20€) gekauft hat, bekommt dafür ordentlich Dampf – geknechtet von BusyBox und einem nach bestimmter Nutzungsdauer kostenpflichtigen Dienst, nämlich Pogoplug.
Hardware:
- Marvell 88F6281 SoC mit 1,2 GHz Sheeva CPU
- 128MB DDR2
- 256MB NAND-Flash
- 3x USB 2.0 Ports
- 1x Mini-USB für Seagate Go Festplatten
- 100/1000 MBit Ethernet
Wer sich nicht mit den durch den Pogoplug-Dienst gegebenen Einstellungen/Einschränkungen zufriedengeben möchte, kann aber auch mit ein paar Tricks ein vollständig funktionstüchtiges PlugBoxLinux(eine auf Arch basierende Distro) an den Start bringen
Bevor es losgeht, möchte ich auf die Gefahr hinweisen, dass man mit manchen dieser Schritte das Gerät bricken, also unnutzbar machen kann. Alles geschieht auf eigene Verantwortung.
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Aber no risk, no fun, also los gehts:
1. )Seagate Dockstar ans Netzwerk anschließen, aber darauf achten dass sie keinen Zugriff auf das Internet erhält.(Adi64 und ich haben einfach einen kleinen Switch genommen) Noch ist nämlich ein Service aktiv, der Updates installiert. Unter anderem eines, das ssh deaktiviert und das root-Passwort ändert…
2.)Die IP des Gerätes herausfinden.
Bei uns hat es gereicht, die letzten beiden Byte der MAC-Addresse(steht unten drauf) zu kennen.
Angenommen diese beiden Bytes wären AB(=171) und CD(=205), dann ist die IP
169.254.171.205
Wenn das bei euch nicht so sein sollte, kommt ihr nicht darum, die Dockstar per nmap zu suchen:
nmap -sP 169.254.0.0/16
3.)Per ssh einlogggen:
ssh root@169.254.171.205 root@169.254.171.205's password: stxadmin #ist für alle gleich![]()
4.)Den Pogoplug-Updateservice abschießen und aus dem Startup rausnehmen:
killall hbwd mount -o remount,rw / #root als writeable remounten vi /etc/init.d/rcS #Jetzt die Zeile mit "/etc/init.d/hbmgr.sh start" auskommentieren mount -o remount,ro / #Jetzt kann man das Gerät theoretisch gefahrlos ans Netz anschließen
5.)Backup, Backup, Backup. USB-Stick anschließen und danach die Daten sicher verwahren:
cd /tmp mkdir usb mount /dev/sda1 /tmp/usb wget http://plugapps.com/os/pogoplug/uboot/nanddump chmod +x nanddump ./nanddump -nf usb/mtd0 /dev/mtd0 ./nanddump -nf usb/mtd1 /dev/mtd1 ./nanddump -nf usb/mtd2 /dev/mtd2 umount /dev/sda1
6.)Das U-Boot, den Bootloader, installieren. Das ist an sich der gefährlichste Teil, weil ein Teil der Flash-Speichers bearbeitet wird. Ein Neustart danach ist nicht notwendig, es gibt ja noch nichts Besseres wo man reinbooten könnte
cd /tmp wget http://plugapps.com/os/pogoplug/uboot/install_uboot_mtd0.sh chmod +x install_uboot_mtd0.sh ./install_uboot_mtd0.sh
7.)Einen USB-Stick(1GB sollte drin sein) formatieren, mit einer mindestens 512MB großen ext2-Partition. Das Formatieren muss nicht unbedingt auf dem DockStar erfolgen.
8.)PlugBox Linux herunterladen, auf dem USB-Stick speichern:
#cd auf den USB-Stick wget http://plugapps.com/os/1.1/Plugbox-Linux-1.1-rootfs.tar.gz
9.)Das heruntergeladene Archiv auf dem USB-Stick extrahieren, danach das Archiv löschen. Dies sollte auf der DockStar erfolgen, sonst drohen Berechtigungsprobleme (Danke an GerhardSchr!)
tar -xzvf Plugbox-Linux-1.1-rootfs.tar.gz # Dauert ein bisschen auf der Plugbox, ~15min rm Plugbox-Linux-1.1-rootfs.tar.gz
10.)Den USB-Stick einstecken, falls nicht schon geschehen und die Box neustarten. Auf das Beste hoffen ;D
/sbin/reboot
11.)Nach dem Neustart ist die alte IP natürlich nicht mehr gültig. Die Box bezieht sie über DHCP, sofern ein entsprechender Router/Server vorhanden ist. Bewaffnet mit der MAC könnt ihr ja mal im Listing der auf dem Router angemeldeten Geräte nachschauen. Keys und DynDNS werden Vielnutzer von ssh bestimmt kennen und schätzen. Wenn nicht – es ist definitiv einen Versuch wert.
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Weiterführendes findet ihr hier. Debian-Fans finden hier etwas – hat bei Adi64 und mir leider nicht funktioniert.
Wer Gentoo ausprobieren möchte, wird hier fündig.
Diejenigen, die etwas mit ihrer LED tun möchten, werden hier glücklich.
Beispiel: Mit folgenden 3 Befehlen blinkt die LED bei jeder ssh-Aktion auf der Box orange:
modprobe xt_LED #Treiber laden iptables -A INPUT -p tcp --dport 22 -j LED --led-trigger-id web --led-delay 100 echo netfilter-web > /sys/class/leds/dockstar\:orange\:misc/trigger
Hi,
tolle Anleitung, habe das Teil eben bestellt
Nutzte aufm Pc Archlinux, bin mal gespannt wie das auf der Dockstar funktioniert..
Danke und Gruß
GerhardSchr
Nutzte aufm Pc Archlinux, <— äh ich meine "Nutze"
@GerhardSchr
Wenn du Verbesserungsvorschläge zum Tutorial hast oder Probleme hattest, freuen wir uns über Feedback
Hi,
werde meine Erfahrungen/Meinungen gerne hier posten
hi
hat alles super funktioniert
vielen dank
PS.: man sollte Plugbox-Linux-1.1-rootfs.tar.gz auf der dockstar auspacken, denn sonst kann es probleme geben mit z.B. Berechtigungen
Gruß
GerhardSchr
@GerhardSchr
Danke für den Hinweis, werde ich gleich mal übernehmen.
Hast du als root entpackt ?
ja als root auf der dockstar und auf meinem (arch)linux
@GerhardSchr
Ok…
Jetzt bist du auch namentlich erwähnt, hatte ich das letzte Mal vergessen
kein Problem: in den nächsten tagen werde ich mal cups und samba testen
Hi Leute
Ihr habt da einen kleinen Schreibfehler in der Anleitung:
“/sbin/restart” müsste “/sbin/reboot” heißen.^^
Trotzdem danke an euch, ich hatte zuerst die Debianvariante probiert, die nicht funktioniert hat, aber das Arch rennt
Danke für meinen neuen SVN-Server
dc
hi,
kennt jemand ein schönes script oder auch programm, womit ich alles, was an den usb devices hängt automatisch mounten kann?
Gruß
GerhardSchr
Auf die Schnelle weiß ich leider auch nichts…
Wäre aber sehr interessant als Fileserver
@GerhardSchr sollte das nicht mit udev machbar sein?
Ich habe pluglinux erfolgreich installiert, habe allerdings bis zu 40% packetloss zur dockstar :/
Hat jemand das gleiche Problem, oder ist nur der ethernet port defekt (switchport und kabel können ausgeschlossen werden)
hi,
bei mir habe ich keine verluste
Ich hab auf meiner Kiste keine Probleme, bei einem Freund wird dmesg aber auch ständig zugemüllt mit tx errors. Woran das liegt, weiß ich auch nicht…
Es scheint wohl eher auf den USB stick zurückzuführen sein – das standard Ubuntu (oder was da auch immer im NAND sonst so läuft) funktioniert ohne Packet loss.
Starte ich dann wieder Pluglinux vom Stick und starte nen MTR geht das nach meinen Beobachtungen solange gut, wie ich nicht großartig compiliere oder so – dann gibts wieder jede menge verlorene pakete.
hört sich an, als wenn das teil beim compilieren so ausgelastet ist, dass er für diesen zeitraum die pakete nicht verarbeitet
Ja das war auch meine Vermutung, der packet loss tritt aber auch danach noch auf. Ob er zu den “Stoßzeiten” des Systems höher ist als sonst muss ich mir mal gesondert ansehen, aber ganz allgemein ist ein paket loss _gar_ nicht vertretbar – und wenn das System schon seit einem Tag wieder ruhig läuft, sollte er nicht mehr auftreten.
@marlo
Ich habe meine DockStar testweise auch mal voll ausgelastet und konnte damit keine tx-Errors produzieren. Hast du mal ein Kernel-Update probiert ?
Hi,
Fehler gefunden – offensichtlich hat mein wlan router ‘nen Hau und war mit seiner PPP verbindung und dem WLan + Routing überlastet.
Nachdem ich jetzt nen anderen alten Router mit der DSL Verbindung belaste, und hinter diesen den Wlan router geschaltet habe funktioniert alles ohne Packet Loss
Mittlerweile läuft auf der Dockstar ein PXE Environment (damit verbunden tftp und DHCP), dass mir ein grml rescue sowie archlinux netinstalls in 32 und 64 bit bereitstellt, ein apache2 (auszutauschen gegen nen lighttpd), ein proftpd, ssh sowie NFS, das diverse angeschlossene Festplatten in mein LAN exportiert.
17:51:58 up 1:56, 1 user, load average: 0.86, 0.58, 0.30
Ist die aktuelle Auslastung bei aktiver Nutzung des NFS, ansonsten weit darunter.
Bin sehr zufrieden
@marlo
mountest du die festplatten automatisch?
wenn ja wie?
@marlo
Das hört sich doch verdammt gut an!
@GerhardSchr
Schau mal hier vorbei:
https://wiki.archlinux.org/index.php/Udev#Auto_mounting_USB_devices
Das hab ich bei mir auch (mit kleinen Anpassungen) gemacht, läuft wie geschnitten Brot
Hi, gute ANleitung habe allerdings ein Problem: Beim entpacken der tar Datei bekam ich den fehler: tar: write error: Input/output error
Und nicht ging mehr. Nach einem /sbin/reboot blinkt die LED erst Grün, dann Permanent Orange. Das heisst doch dass die UBoot Installation erfolgeich war oder?
Kann mich ja auch noch per SSH und dem Standard Login mit dem Dockstar verbinden. Nicht dass mir das gute Teil gebrickt ist.
Mfg
@knacht
Naja, wenn die LED noch leuchten kann, sollte deine Box nicht gebrickt sein
Wenn tar failt und du nicht irgendwo den USB-Stick falsch gemountet haben solltest, kann es sein, dass du einen Übertragungsfehler drinhast. Ich würde einfach neu runterladen, den USB-Stick vorher von den Überresten des letzten Versuchs leerputzen und nochmal entpacken.
Das die LED permanent orange ist, bedeutet für den Fall ja nur, dass deine Box den pogoplug-Service nicht starten konnte(sofern Busybox booten konnte). Wenn Letzteres der Fall ist, solltest du einfach rein-sshen können, ja.
Halte uns bitte auf dem Laufenden und viel Glück!
Joar, danke. Rein-sshen geht noch, allerdings ist der USB Stick nicht mehr lesbar (am PC). Leider hab ich keinen anderen da, so dass ich morgen erst mal los muss.
Im ersten Comment von mir ist ein Fehler, die LED leuchtet nicht permanent, sondern erst blinkt sie Grün, dann blinkt sie Orange. Was bedeutet dass?
Mfg
So kleines Update: Mit neuem USB Stick hat sofort alles auf Anhieb geklappt. Gute Anleitung hat mir sehr geholfen
@knacht
Statusinfos zur LED findest du hier
hi,
ich weiß nicht, ob es ein muss ist, ich habe beim formatieren des usb sticks noch das boot flag gesetzt….
Gruß
GerhardSchr
achja noch vergessen zu erwähnen:
http://plugapps.com/os/2010.12/ <—– ist das was neues?
@GerhardSchr
http://streamboard.gmc.to/wiki/index.php/Seagate_Dockstar#USB_Festplatten_-_Automatischer_Spin-Down hört sich auch nützlich an
@GerhardSchr
Naja…ich finde make && make install immer ein bisschen unpraktisch, wenn ich einen Paketmanager zur Hand habe
Ich habe das Problem mit der ständig laufenden Festplatte mit hdparm in den Griff bekommen. Einfach ein `hdparm -S 241 /dev/sdb` und schon schweigt meine externe Festplatte nach 30 Minuten.